Amphitryon

Mit Catalina Navarro Kirner als Sosias, Bianca Bachmann als Charis, Beles Adam als Alkmene, Alexander Diepold als Merkur, Ronnie Janot als Amphitryon und Gunnar Petesen als Jupiter. Inszenierung von Gunnar Petersen. Ausstattung und Bühne: Aki Friedrich

Zum Kleistjahr ein Stück von dem Thomas Mann sagt es sei das witzig-anmutvollste, das geistreichste, das tiefste und schönste Theaterspielwerk der Welt.

Amphitryon, der siegreich aus dem Krieg zurückkehrt, sieht sich um seinen Lohn, seine Liebe und um seine Existenz betrogen. Gleich seinem Diener, ist auch ihm ein Doppelgänger zuvorgekommen und stiehlt ihm dreist sein „Ich“. Und dieser Dieb ist gut, ja besser, überzeugender als Amphitryon selbst. Es ist kein geringerer als Jupiter, der mit Merkur im Gefolge die schöne Alkmene verführt hat und nun die Göttlichkeit der List zu erklären sucht. Das ganze Chaos menschlicher Gefühle, zwischen göttlicher Bosheit und Gnade, macht den Stoff so lustvoll komisch und bitter zugleich.

Neben „den Rittern“ (Aristophanes) die beim Publikum im letzten Jahr so gut angekommen sind, jetzt also eine zweite Komödie mit klassisch deutschem Tiefgang. Der so herrliche Innenhof der Glyptothek wartet, wie auch wir, gespannt auf die sommerlichen Theaternächte mit Gunnar Petersen, Beles Adam und ihrer kleinen Schauspieltruppe. gez.: AF